Migration und Binnenwanderung
Seit den frühen 1970er Jahren zählt Deutschland zu den führenden Einwanderungsländern der Welt. In den darauffolgenden Jahrzehnten schwankte die Zahl der Zuwanderer stark – beeinflusst durch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen.
Einwanderung nach Deutschland
Die Wiedervereinigung Deutschlands ab 1990 führte zu einem massiven Migrationsschub: Etwa 2,7 Millionen Menschen aus der ehemaligen DDR zogen in die Bundesrepublik. Zusätzlich erreichte die Zahl der Asylbewerber 1992 mit rund 438.000 Anträgen einen Rekordwert.
Anfang der 2000er wurden restriktive Einwanderungspolitiken eingeführt – darunter ein Punktesystem für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern. Die Folge war ein starker Rückgang der Migration aus Drittstaaten.
Ab 2015 führten die Flüchtlingskrise und die EU-Freizügigkeit erneut zu einem erheblichen Anstieg der Migration. 2017 lag die Gesamtzahl der Zugezogenen bei rund 9,3 Millionen Menschen – der höchste Wert seit den 1970er Jahren.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Immobilienmarkt
Einwanderer tragen wesentlich zum Bevölkerungswachstum und zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands bei. Sie bringen neue Fachkompetenzen ein, fördern den Konsum und stärken den Arbeitsmarkt.
Gleichzeitig hat die gestiegene Zuwanderung die Nachfrage nach Wohnraum erhöht – vor allem in städtischen Ballungsräumen. In Berlin etwa haben sich die Wohnungspreise seit 2010 mehr als verdoppelt.
Prognosen zufolge wird die Zahl der in Deutschland lebenden Einwanderer bis 2050 auf etwa 12 Millionen steigen – rund jeder fünfte Einwohner.
Binnenwanderung innerhalb Deutschlands
Die Binnenwanderung beschreibt Wanderungsbewegungen zwischen den Bundesländern. Seit den 1950er Jahren ist die Binnenwanderungsrate deutlich gesunken: von über 4 % (1950) auf nur noch 1,4 % (2016).
Besonders nach der Wiedervereinigung zogen viele Menschen aus den neuen in die alten Bundesländer – meist aus wirtschaftlichen Gründen. In den alten Bundesländern sank die Binnenwanderungsrate seitdem stärker als in den neuen.
Folgen für den Immobilienmarkt
Regionen mit hoher Zuwanderung innerhalb Deutschlands verzeichnen eine erhöhte Wohnraumnachfrage – und damit oft steigende Immobilienpreise. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Mietpreisbremse eingeführt. Sie begrenzt die Mieten in angespannten Wohnungsmärkten und soll einer weiteren Preisexplosion entgegenwirken.