Zins und Zinseszins
Zinsen sind der Preis für die Nutzung von Kapital. Wer sich Geld leiht, zahlt dafür einen bestimmten Prozentsatz – den sogenannten Zinssatz – an den Kreditgeber. In der Immobilienfinanzierung spielen Zins und Zinseszins eine zentrale Rolle, da sie maßgeblich die Gesamtkosten eines Darlehens beeinflussen.
Was ist der Zins?
Der Zins bezeichnet die regelmäßige Vergütung, die ein Kreditnehmer für das geliehene Kapital an den Kreditgeber zahlt. Die Höhe des Zinssatzes hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Kreditwürdigkeit (Bonität) des Kreditnehmers
- Höhe und Laufzeit des Darlehens
- Marktzinssätze und allgemeines Zinsniveau
- Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)
Was ist der Zinseszins?
Beim Zinseszins wird nicht nur auf den ursprünglichen Kapitalbetrag (den sogenannten Kapitalstock), sondern auch auf bereits angefallene Zinsen ein weiterer Zins berechnet. Dadurch entsteht ein wachsender Effekt – insbesondere bei längeren Laufzeiten:
Formel: Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz)Anzahl der Jahre
Beispiel:
Wer 10.000 € zu 5 % Zinsen jährlich anlegt, hat nach 10 Jahren mit Zinseszins rund 16.288 € – ohne Zinseszins wären es nur 15.000 €.
Relevanz bei Immobilienfinanzierung
Der Zinseszins spielt bei der Rückzahlung langfristiger Immobiliendarlehen eine wichtige Rolle. Besonders bei Annuitätendarlehen fließt ein Teil der monatlichen Raten zunächst in die Zinsen, während der Tilgungsanteil mit der Zeit steigt.
Zinsfuß – was bedeutet das?
Der Zinsfuß ist ein Begriff aus der Finanzmathematik und bezeichnet den effektiven Zinssatz, der auf das geliehene Kapital berechnet wird. Er dient als Grundlage für die Kalkulation von Finanzierungsmodellen und wird häufig zur Vergleichbarkeit von Angeboten herangezogen.
Auswirkungen der EZB-Zinspolitik
In den letzten Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins stark gesenkt, was zu niedrigeren Hypothekenzinsen geführt hat. Das senkt zwar die monatliche Belastung, kann jedoch dazu führen, dass weniger effektiv getilgt wird, wenn die Tilgungsrate zu gering angesetzt ist.
Praxistipp
Vergleichen Sie bei jeder Immobilienfinanzierung nicht nur den nominalen Zinssatz, sondern achten Sie auch auf den effektiven Jahreszins, die Zinsbindungsfrist sowie die Tilgungshöhe. Eine höhere Anfangstilgung kann helfen, schneller schuldenfrei zu werden und die Zinskosten langfristig zu senken.